Das Böse ist banal – Der Foltermord in der JVA Siegburg

Aufregung am Morgen des 12. November 2006: Ein junger Häftling hat sich an der Toilettentür seiner Zelle erhängt. Seine völlig verstörten Zellengenossen haben den Tod des 20-jährigen Hermann H. gemeldet. Sie werden verlegt, gelten als traumatisiert. Doch bald wird klar, dass davon keine Rede sein kann. Die drei Mithäftlinge sind für den scheinbaren Suizid Hermann H.s selbst verantwortlich. Sie haben ihn zwölf Stunden lang gequält, gefoltert und auf jede erdenkliche Weise erniedrigt. Dann ließen sie ihn eine letzte Zigarette rauchen, lasen ihm aus der Bibel vor – “das macht man doch so, wenn einer stirbt”, erklärt einer der Täter später vor Gericht. Und dann “hängten sie ihn weg”. Und das alles aus Langeweile, weil die jungen Gefangenen nichts zu tun hatten an diesem öden Samstag im Knast, an dem das Abendessen schon mit dem Frühstück ausgegeben wird und die Stunden sich scheinbar endlos vor den jungen Strafgefangenen erstrecken.

Die Justizvollzugsanstalt Siegburg. (Foto: Nicolas Ottersbach)

1886 wurde das die heutige JVA Siegburg als königlich-preußische Strafanstalt eröffnet, damals im Gebäude der Abtei auf dem Michaelsberg in Siegburg. Der heutige Bau an der Luisenstraße entstand in den 1890er Jahren. Damals waren dort Männer und Frauen untergebracht. In der Nazizeit wurden dort sogenannte politische Gegner eingesperrt. Als die Amerikaner das Gefängnis zu Kriegsende befreiten, war es mit 2600 Häftlingen völlig überbelegt. Schon 1946 war die Siegburger Vollzugsanstalt wieder aufgebaut worden und nahm bald nur noch jugendliche Straftäter auf. In den 1970er Jahren war Siegburg die größte Jugendhaftanstalt in Europa, damals waren dort etwa 900 Gefangene untergebracht. Als Konsequenz des Foltermordes wurde beschlossen, dass in der JVA Siegburg nur noch erwachsene Gefangene einsitzen sollen. In Wuppertal-Ronsdorf wurde eine neue Jugendhaftanstalt gebaut, weil ein Umbau in Siegburg kaum möglich gewesen wäre. Ab 2011 wurden die jugendlichen Gefangenen aus Siegburg schrittweise in andere Anstalten verlegt. 

Bei “Akte Rheinland” sprechen wir über den grausamen Foltermord in Siegburg und über dessen Folgen, über den Prozess und über die Aufarbeitung. Zu Gast ist Jörg Manhold, heute Leiter des Regionalressorts beim General-Anzeiger und damals Kreisberichterstatter in der Lokalredaktion Siegburg, unweit der JVA gelegen. Er berichtet, wie die Meldung des vermeintlichen Suizids am Montag nach der Tat in der Redaktion ankam, was ihn daran aufhorchen ließ und wieso die Recherche hinter den Kulissen der Justiz so schwierig war.

Dies war die letzte Folge aus Staffel 1 von “Akte Rheinland”. Feedback, Lob und konstruktive Kritik, Anregungen und Themenvorschläge gehen an: online@ga-bonn.de. Vielen Dank!

„Akte Rheinland“ ist unter anderem über SpotifyApple PodcastsGoogle PodcastsStitcherDeezer und weitere Podcatcher abrufbar und kann kostenlos abonniert werden. Unser Blog akte-rheinland.de begleitet jede Episode zum jeweiligen Erscheinungstermin mit crossmedialen Inhalten.

Akte Rheinland” ist eine Produktion der General-Anzeiger Bonn GmbH. Redaktion, Produktion: Anna Maria Beekes, Andreas Dyck. Mitarbeit: Jonathan Kemper. Nachrichten-Stimme: Daniel Dähling. Intro und Outro: Charlotte Pekel. Grafik: Sabrina Stamp.

Mord verjährt nicht – Der Fall Monika F. aus Bonn

Bonn-Meßdorf, der 11. November 1991. Während im Rheinland die neue Karnevalssession eingeläutet wird, streift Olaf S. durch Meßdorf, einen ruhigen Ort mit dörflichem Charakter. Der Lehramtsstudent lebt hier mit seiner Frau, die schwanger zu Hause sitzt und vermutlich nicht ahnt, was der Mann an ihrer Seite nun tut. Durch ein Küchenfenster erspäht er eine Frau: Monika F. In seinem Kopf macht es “Klick”, und er klingelt an der Tür des Hauses. Die Unbekannte öffnet, und Olaf S. greift sie sofort an, fesselt sie mit Handschellen. Sie wehrt sich, fängt in Todesangst an zu schreien. Das ist anders, als Olaf S. es sich in seinen seit Jahren andauernden Fantasien ausgemalt hat. Er verliert völlig die Kontrolle, sticht auf sein wehrloses Opfer ein, mehr als 70 Mal – später erinnert er sich nur an drei bis zehn Messerstiche.

Mehr als ein Vierteljahrhundert später, in Wolfenbüttel im Norden Deutschlands, fast 400 Kilometer entfernt von Bonn. Im Rheinland wird wieder Karneval gefeiert, als Streifenpolizisten einen betrunkenen Autofahrer stoppen. Mehr als zwei Promille hat er im Blut. Die Beamten nehmen dem Mann den Autoschlüssel ab. Er torkelt nach Hause, holt einen Zweitschlüssel, torkelt wieder zum Auto zurück, fährt weiter – und wird erneut von Polizisten erwischt. Als er letztlich in der Gewahrsamszelle landet und ein Beamter kopfschüttelnd bemerkt, so etwas habe er ja noch nie erlebt, antwortet der Betrunkene, er erzähle ihm jetzt etwas, das habe er auch noch nicht erlebt. Und Olaf S. gesteht den Mord von 1992.

Bei “Akte Rheinland” sprechen wir über den Fall, der nur durch das späte Geständnis des Mörders selbst aufgeklärt werden konnte. Warum gestand Olaf S. mehr als 25 Jahre später plötzlich? Und warum war es so wichtig, dass er einen Mord gestand und keinen Totschlag? Wir beleuchten, wie die Tat das Leben der Familie F. veränderte. Wie die Tochter, die ihre ermordete Mutter nur deshalb nicht fand, weil sie ihren Haustürschlüssel vergessen hatte, abstürzte und erst 20 Jahre später zurück ins Leben fand. Wie Monika F.s Ehemann aus der Familie seiner toten Frau heraus verdächtigt und angefeindet wurde. Und wir sprechen darüber, dass Olaf S. Hunderte Personalausweise von Frauen sowie eine ominöse Liste hortete und nie verriet, was es damit auf sich hatte.

Olaf S. während des Mordprozesses in Bonn.

„Akte Rheinland“ erscheint jeden zweiten Donnerstag. Der Podcast ist unter anderem über SpotifyApple PodcastsGoogle PodcastsStitcherDeezer und weitere Podcatcher abrufbar und kann kostenlos abonniert werden. Unser Blog akte-rheinland.de begleitet jede Episode zum jeweiligen Erscheinungstermin mit crossmedialen Inhalten.

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Ein Leben mit Träumen – Die Prügelattacke auf Niklas Pöhler

“Ein Leben mit Träumen, Leben mit Aussicht, Leben mit Freude, endet so traurig, Sirenen aus der Ferne, wir sehn nur das Blaulicht, verstehn nicht im Augenblick was passiert ist, die Nachricht, fühl Tränen in den Augen, ein Leben mit Träumen, wo ist es heute? Genommen von Leuten, was bringt jetzt noch Reue? Solch eine Tat mit solch einem Ausmaß ist nie wieder gutzumachen, nie mehr, nein nie mehr. […] Eine Tat wie diese trifft jeden hier hart, doch irgendwann kriegt jeder seine Strafe.” *
– Santy Sava –

Niklas Pöhler starb am 12. Mai 2016 im Alter von 17 Jahren.
(Quelle: Denise Pöhler)

Am 6. Mai 2016 ist der 17-jährige Niklas aus Bad Breisig mit zwei Freunden auf dem Weg nach Hause von einem Vorabendkonzert zum Feuerwerkspektakel “Rhein in Flammen”. Nahe der Haltestelle Rheinallee in Bad Godesberg treffen die Freunde auf drei junge Männer, die sie anpöbeln. Aus einem Wortgefecht werden Schläge, Niklas geht zu Boden, wird brutal geschlagen und getreten, auch gegen den Kopf. Der 17-Jährige verliert das Bewusstsein. Ein Notarzt wird herbeigerufen, kann Niklas zunächst reanimieren. Er wird in die Bonner Uniklinik eingeliefert und erliegt sechs Tage später, am 12. Mai 2016, seinen Verletzungen.

Der Tod von Niklas Pöhler hat nicht nur Bonn und die Umgebung, sondern ganz Deutschland erschüttert. Bis heute ist Niklas unvergessen – und die Umstände seines Todes sind bis heute ungeklärt. Der damals Hauptverdächtige wurde vor Gericht freigesprochen. Niklas’ Familie und Freunde müssen sich bis heute fragen, wer wirklich für seinen Tod verantwortlich ist.

Wir besprechen den Fall Niklas Pöhler mit der GA-Reporterin Ayla Jacob, die immer wieder über den Todesfall, die Begleitumstände und die Folgen berichtet hat und bis heute in Kontakt mit der Familie steht.

Ayla Jacob hat sich auf Polizei- und Sicherheitsthemen spezialisiert und viel über jugendliche Intensivtäter recherchiert. Wir sprechen mit ihr in einer weiteren Episode von “Akte Rheinland” über kriminelle Karrieren, wie und warum sie entstehen, wie sie verhindert oder aufgehalten werden könnten, welchen Hintergrund die Täter haben, welche Vorurteile stimmen könnten – und welche nicht.

* Diese Zeilen stammen aus einem Song, den der Bonner Rapper Santy Sava (damals noch unter dem Namen Djaspora unterwegs) kurz nach dem Tod von Niklas Pöhler komponiert hat. Er trat damit auch auf der zentralen Trauerfeier für Niklas in Bad Godesberg auf. Wir bedanken uns herzlich bei Santy Sava für seine Unterstützung!

Das Video, das der Rapper Santy Sava (damals Djaspora) kurz nach Niklas’ Tod auf seiner Facebook-Seite hochlud.

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Amok am Amtsgericht – Der Gummistiefelmörder von Euskirchen

Am 9. März 1994 erschüttert eine Tat die Kleinstadt Euskirchen, die bis heute einzigartig in der deutschen Kriminalgeschichte ist. Ein 39-jähriger Mann, der vor dem Amtsgericht Euskirchen wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden war, schießt zunächst im Gerichtssaal um sich, tötet dabei sieben Menschen und sprengt sich anschließend auf dem Vorplatz selbst in die Luft. Der 39-Jährige hat schon zuvor für Aufsehen gesorgt, weil er in einem skurrilen Aufzug vor Gericht erscheint: mit einem riesigen Kreuz und Knoblauch um den Hals gehängt, in einen Lackmantel gehüllt und mit Gummistiefeln an den Füßen. Letztere verleihen dem Amokläufer am Amtsgericht den Namen, unter dem er in die Geschichte eingehen sollte: Gummistiefelmörder von Euskirchen.

Ermittler sichern Spuren nach der Explosion vor dem Amtsgericht Euskirchen.

Bei “Akte Rheinland” sprechen wir mit Jörg Manhold, Leiter des Regionalressorts beim General-Anzeiger, über dieses beispiellose Verbrechen und seine Folgen für das Amtsgericht Euskirchen und Gerichte in ganz Deutschland, über die Verfilmung des Amoklaufs noch im selben Jahr mit Hauptdarsteller Christoph Waltz und über die möglichen Ursachen für das Vorgehen des Täters.

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Kein “Schweigen der Lämmer” – Wie Profiler wirklich arbeiten

1992 gewann der Hollywood-Film „Das Schweigen der Lämmer“ fünf Oscars. Seither wissen auch wir in Deutschland, was ein „Profiler“ ist: eine junge FBI-Agentin, die frisch von der Polizeischule kommt und einen inhaftierten Serienmörder in einem dunklen Verlies interviewt, um mit diesem Wissen einen anderen, noch aktiven psychopathischen Serienmörder zu ermitteln und mutterseelenalleine festzunehmen.

Arbeiten Profiler wirklich so, wie Hollywood vermuten lässt? Darauf hat Andreas Müller vom Landeskriminalamt NRW eine klare Antwort: Nein. Müller muss es wissen, denn er ist der Chefprofiler des LKA – er leitet dort die Abteilung Operative Fallanalyse. In “Akte Rheinland” berichtet er von seiner Arbeit. Auch davon, wie ein Täterprofil wirklich entsteht und warum man Täterverhalten nie in Schubladen einsortieren darf. Wir klären, warum Clarice Sterling im wahren Leben noch gar keine Profilerin sein könnte und inwiefern Profiling in Deutschland erfunden wurde.

In unserem Podcast geht es diesmal nicht um einen einzelnen Kriminalfall, sondern darum, wie Fälle aufgeklärt werden können – oder könnten, denn Andreas Müller erklärt uns, dass es allein in Nordrhein-Westfalen etwa 550 ungeklärte Tötungsdelikte gibt, die gute Chancen auf Aufklärung hätten. Einer der Cold Cases, die durch die Operative Fallanalyse wieder aufgerollt werden, ist der Mordfall Claudia Ruf, den wir bei “Akte Rheinland” schon einmal besprochen haben.

Profiler Andreas Müller spricht grundsätzlich nicht über laufenden Fälle – aber über einen bereits abgeschlossenen, an dem seine Abteilung maßgeblich beteiligt war, hat er uns berichtet: dem Fall Mirco aus Grefrath. Müller erzählt, wie seine Ermittler mit damals ungewöhnlichen und bahnbrechenden Methoden auf die Spur des später verurteilten Mörders kamen – und was ein Koffer voller Handys damit zu tun hat.

Unser Gespräch mit dem LKA-Profiler ist so lang geworden, dass wir es auf zwei Episoden unseres Podcasts aufgeteilt haben. Die erste Episode erscheint am 2. April, die zweite eine Woche später am 9. April.

„Akte Rheinland“ erscheint donnerstags. Der Podcast ist unter anderem über SpotifyApple PodcastsGoogle PodcastsStitcherDeezer und weitere Podcatcher abrufbar und kann kostenlos abonniert werden. Unser Blog akte-rheinland.de begleitet jede Episode zum jeweiligen Erscheinungstermin mit crossmedialen Inhalten.

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“Don’t worry about me” – Das Verschwinden von Louise Kerton

Undatiertes Foto von Louise Kerton. Foto: dpa

Louise Kerton – am 17. Mai 1977 in Sheffield geboren – wird als 1,55 Meter groß und schlank beschrieben. Sie hatte kurze dunkle und “wuschelige” Haare. Am 30. Juli 2001 trug sie einen langen schwarzen Rock, eine langärmelige weiße Bluse und schwarze Schuhe. Bei sich führte sie einen dunkelgrünen Trolley und einen schwarzen Rucksack.

Vermisstenmeldung der Polizei

Seit dem 30. Juli 2001 wird die damals 24-jährige Louise Kerton aus Kent in England vermisst. Sie war nach bisherigen Erkenntnissen zuvor fünf Wochen zu Besuch bei den Eltern ihres Verlobten in Straßfeld. Laut Aussage ihrer Schwiegermutter in spe hatte diese ihren Gast am 30. Juli zum Aachener Hauptbahnhof gebracht. Dort wollte die junge Frau den Zug um 12.04 Uhr Richtung Oostende in Belgien nehmen. Noch an diesem Tage hatte sie die Fähre nach Dover in England nehmen wollen, wo ihr Verlobter auf sie wartete. Doch sie kam nie an. Ihr Freund wartete nach eigenen Angaben noch fünf Tage auf Louise.

Phil Kerton und seine Frau Kath zeigen ein Poster ihrer vermissten Tochter bei ihrer Ankunft mit dem Zug in Oostende (Belgien) am Montag, dem 13. August 2001. Louises Eltern unternehmen eine Reise von Aachen nach Oostende und versuchen, Spuren ihrer Tochter zu finden, die auf derselben Reise am Montag, dem 30. Juli 2001, verschwand. Foto: dpa

Vor allem ihren Vater Phil Kerton trifft der Verlust seiner Tochter schwer. Er ist die treibende Kraft, wenn es um den Kontakt mit Presse und Behörden aus England und Deutschland geht. Selbst 2019, 18 Jahre nach Louises Verschwinden, blieb er zuversichtlich: “Es besteht immer die Hoffnung, dass wir eines Tages herausfinden werden, wo sie sich befindet. Wir leben in der Hoffnung, dass dieser Tag kommen wird.”

Taucht man tiefer in Louises Geschichte ein, offenbart sich ein wirres Netz aus Verstrickungen mit anderen Verbrechen, behördlichem Versagen und einer mühevollen Spurensuche inmitten zweier Familien. Es bleiben viele “Wenns” und “Danns”, was mit der 24-jährigen Kunststudentin passiert sein könnte, ob sie wirklich in diesen Zug stieg oder ob sie in ihrer Beziehung wirklich glücklich war. Wir sprechen mit dem Chef des Regional-Ressorts beim GA, Jörg Manhold, der schon damals über den Fall berichtete und zumindest für sich zu einem eindeutigen Schluss gekommen ist.

„Akte Rheinland“ erscheint alle zwei Wochen immer donnerstags. Der Podcast ist unter anderem über SpotifyApple PodcastsGoogle PodcastsStitcherDeezer und weitere Podcatcher abrufbar und kann kostenlos abonniert werden. Unser Blog akte-rheinland.de begleitet jede Episode zum jeweiligen Erscheinungstermin mit crossmedialen Inhalten.

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“Wir werden ihn kriegen” – Der Mordfall Claudia Ruf

Im Jahr 1996 war Claudia Ruf elf Jahre alt, ein fröhliches, unbeschwertes Mädchen. Claudia lebte mit ihren Eltern und ihren zwei jüngeren Geschwistern in Grevenbroich-Hemmerden. Hemmerden ist auch heute noch ein relativ kleiner Ort mit Dorfcharakter, dort leben etwa 2500 Menschen. Am 11. Mai 1996, einem Samstag, ging die elfjährige Claudia Ruf am Abend mit einem Nachbarshund in Hemmerden spazieren.

Der Hund kehrte zurück – jedoch ohne das Mädchen. Eltern und Nachbarn verständigten sofort die Polizei, und es wurde intensiv nach der verschwundenen Claudia gesucht. Jedoch zunächst erfolglos.

Claudia Ruf aus Grevenbroich wurde im Jahr 1996 im Alter von elf Jahren ermordet.

Zwei Tage später, am 13. Mai 1996, wurde Claudias Leiche dann von einem Spaziergänger gefunden: im gut 70 Kilometer entfernten Euskirchen, an einem Feld im Ortsteil Oberwichterich nahe der Stadtgrenze zu Zülpich. Das tote Mädchen wurde, wie sich später herausstellte, vergewaltigt und dann durch Gewalteinwirkung auf den Hals getötet. Danach wurde die Leiche auf dem Feldweg abgelegt, mit Benzin übergossen und angezündet.

Trotz intensiver Ermittlungen der Polizeibehörden in Bonn und Neuss ist in diesem Fall bis zum heutigen Tag nie eine Anklage erhoben worden. Denn wer Claudia Ruf ermordet hat, konnte bis heute nicht ermittelt werden. Die Polizei hat aber die begründete Hoffnung, dass sich das fast 24 Jahre nach der Tat doch noch ändern könnte: Die Profiler der Operativen Fallanalyse beim Landeskriminalamt NRW und die Mordermittler in Bonn und Neuss haben das Verfahren neu bewertet und den “Cold Case” neu aufgerollt. Unter anderem mit Hilfe eines Massen-DNA-Tests, bei dem rund 1800 Männer Speichelproben abgegeben haben, soll der Mordfall Claudia Ruf doch noch gelöst werden. Sogar Claudia Vater hat sich in einer Videobotschaft zu Wort gemeldet.

Robert Scholten ist Sprecher der Polizei Bonn, und er ist überzeugt: “Wir werden ihn kriegen!” Wieso er daran glaubt, dass der Mörder von Claudia Ruf noch überführt wird und warum nicht einmal der Tod den Täter vor dieser Überführung schützen wird, das erzählt uns Robert Scholten in “Akte Rheinland”.

Robert Scholten ist Sprecher der Polizei Bonn

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Zur falschen Zeit am falschen Ort? Der Fall Jens Bleck

Jens Henrik Bleck starb in der Nacht auf den 9. November 2013. Der 19-jährige Jurastudent wurde nach einem Partyabend in einer Diskothek in Bad Honnef zunächst vermisst und dann tot aufgefunden. Doch wie es dazu kommen konnte, ist bis heute ungeklärt. 

Bis heute kämpfen Jens Blecks Eltern darum, dass der Tod ihres Sohnes weiter untersucht wird. Sie sind fest davon überzeugt, dass Jens einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Und sie haben Unterstützung in ihrem Kampf – es gibt eine Bürgerinitiative, die sich nicht mit der Einstellung der Ermittlungen abfinden will, und es gibt Wolfgang Kaes. Der GA-Chefreporter recherchiert seit 2014 in dem mysteriösen Fall und lässt uns in “Akte Rheinland” an seinen Einblicken und Erkenntnissen teilhaben.

Wolfgang Kaes. Foto: Jennifer Bertus

Gemeinsam versuchen wir die Ereignisse der Novembernacht 2013 zu rekonstruieren und die anschließenden Ermittlungen zu erklären. Warum ging die Polizei so schnell und so lange von Suizid aus, obwohl diese Vermutung kaum haltbar erscheint? Was hat es mit dem angeblich verlorenen Portemonnaie von Jens Bleck auf sich? Und was ist in der “Rheinsubstanz” passiert, bevor der 19-Jährige panisch und offenbar in Todesangst über das Gelände des Clubs hetzte? Warum half ihm niemand? Wir versuchen diese und viele weitere Fragen zu beantworten. Und wir versuchen, aus Wolfgang Kaes herauszubekommen, ob er weiter im Fall Jens Bleck recherchiert und an welchem Punkt der Recherche er gerade ist.

„Akte Rheinland“ erscheint ab dem 12. März alle zwei Wochen immer donnerstags. Der Podcast ist unter anderem über Spotify, Apple Podcasts, Google Podcasts Stitcher, Deezer und weitere Podcatcher abrufbar und kann kostenlos abonniert werden. Unser Blog akte-rheinland.de begleitet jede Episode zum jeweiligen Erscheinungstermin mit crossmedialen Inhalten.

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Das ist “Akte Rheinland”

“Akte Rheinland” ist der Crime-Podcast des Bonner General-Anzeigers. Hier stellen wir echte Kriminalfälle aus der Region Bonn vor. Wir, das sind Andreas Dyck, Jonathan Kemper und Anna Maria Beekes. In jeder Folge laden wir einen Gast zu uns ein, um über den jeweiligen Fall zu sprechen. Das sind Reporter des General-Anzeigers, manchmal aber auch “externe” Experten.

“Akte Rheinland”: Andreas Dyck, Anna Maria Beekes und Jonathan Kemper.

Bei “Akte Rheinland” kann auch besprochen werden, was “nicht in die Zeitung gehört”. Also Emotionales und Schwieriges, Hintergründiges oder auch Abgründiges. Reporter berichten über den Umgang mit Opferfamilien, Redakteure über Hasskommentare im Netz und Ermittler darüber, wie sie es schaffen, das Böse nicht mit nach Hause zu nehmen.

Das Böse – was ist das überhaupt? Und warum fasziniert es uns manchmal genauso wie es uns abstößt? Auch darum wird es bei “Akte Rheinland” gehen. Wir haben uns spannende, traurige, grausame und auch skurrile Fälle aus Bonn und der Umgebung genauer angeschaut. Der Podcast beleuchtet außerdem das bis heute ungeklärte Verschwinden einer britischen Studentin aus einem Dorf im Rhein-Sieg-Kreis, den Amoklauf des sogenannten „Gummistiefelmörders“ von Euskirchen und einen brutalen Mord, der erst 26 Jahre nach der Tat aufgeklärt wurde – durch den Mörder selbst.

Es geht bei “Akte Rheinland” um den Foltermord in der JVA Siegburg, die tödliche Prügelattacke auf Niklas Pöhler und den mysteriösen Todesfall Jens Bleck. Der Chef-Profiler des Landeskriminalamts NRW berichtet von seiner Arbeit mit „Cold Cases“, und der Sprecher der Polizei Bonn gibt einen Einblick in seine Arbeit im Spannungsfeld zwischen Ermittlungstaktik und Öffentlichkeitsarbeit.

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